Bei Website-Projekten sprechen viele über Farben, Bilder oder den richtigen Call-to-Action. Ein Detail wird dabei häufig unterschätzt: die Schrift.
Dabei entscheidet oft nicht das Design darüber, ob jemand weiterliest oder abspringt – sondern wie leicht das Gehirn die Informationen verarbeiten kann.
Problem/Frage
„Sieht doch gut aus.“
Diesen Satz höre ich oft, wenn Unternehmen ihre Website oder neue Werbemittel präsentieren.
Das Problem:
Was für uns optisch attraktiv wirkt, ist für das Gehirn nicht automatisch angenehm zu lesen.
Unser Gehirn liest nämlich keine einzelnen Buchstaben. Es erkennt Muster. Über Jahre hat es gelernt, wie Wörter und Buchstaben typischerweise aussehen. Je stärker eine Schriftart davon abweicht, desto mehr Arbeit entsteht beim Lesen.
Und genau diese zusätzliche Anstrengung hat Folgen.
Wenn Besuchende länger brauchen, um Informationen zu erfassen, entsteht unbewusst ein Gefühl von Komplexität. Die Inhalte wirken schwieriger, obwohl sie es gar nicht sind.
Das Ergebnis:
- weniger Aufmerksamkeit
- geringeres Vertrauen
- höhere Absprungraten
- weniger Anfragen, Leads und Verkäufe
Lösung/Antwort
In der Psychologie spricht man von „Processing Fluency“.
Damit ist gemeint, wie leicht unser Gehirn Informationen verarbeiten kann. Je einfacher etwas verarbeitet wird, desto positiver bewerten wir es.
Ein spannendes Experiment zeigt das sehr deutlich:
Testpersonen erhielten die Anleitung für dieselbe Sportübung. War die Schrift leicht lesbar, schätzten sie die Übung als einfach und schnell umsetzbar ein.
Wurde die identische Anleitung jedoch in einer schwer lesbaren, verschnörkelten Schrift dargestellt, hielten die Teilnehmenden die Übung plötzlich für deutlich komplizierter und zeitaufwendiger.
Der Inhalt war exakt derselbe.
Geändert hatte sich lediglich die Schrift.
Für deine Kommunikation bedeutet das:
Eine schwer lesbare Schrift überträgt das Gefühl von Anstrengung auf deine Inhalte, Produkte oder Dienstleistungen.
Eine gut lesbare Schrift sorgt dagegen dafür, dass Inhalte verständlicher, vertrauenswürdiger und attraktiver wirken.
Das heißt nicht, dass jede Marke künftig Arial verwenden muss.
Serif- und Sans-Serif-Schriften unterscheiden sich laut Forschung nur gering in ihrer Lesbarkeit.
Problematisch werden vor allem sehr dekorative oder ungewöhnliche Schriftarten, die das Erkennen von Mustern erschweren.
Fazit
Gute Typografie ist kein Designtrend.
Sie ist ein Werkzeug, das beeinflusst, wie Menschen Informationen wahrnehmen.
Mein Tipp:
Wenn du Inhalte erstellst, frage dich nicht zuerst:
„Sieht das schön aus?“
Sondern:
„Lässt sich das mühelos lesen?“
Denn Menschen bewerten nicht nur deinen Inhalt, sondern auch, wie einfach sie ihn erfassen können. Je leichter Informationen verarbeitet werden können, desto verständlicher, vertrauenswürdiger und attraktiver wirken sie.
Das gilt für Websites genauso wie für Social-Media-Beiträge, Präsentationen, Flyer, Newsletter oder deinen gesamten Markenauftritt.
Kurz gesagt:
Nicht die schönste Schrift gewinnt – sondern diejenige, die niemanden beim Lesen ausbremst.
Wie wirkt dein Markenauftritt auf Kund:innen?
Wir unterstützen Unternehmen dabei, digitale Sichtbarkeit aufzubauen – von der Website über Social Media bis hin zur gesamten Markenkommunikation.
Gemeinsam finden wir heraus, an welchen Stellen unnötige Hürden entstehen und wie du sie beseitigst.